Wirecard Aktie: Chance oder Geldgrab?

Feb 1, 2019 | Höllenpresse, verprügelte Aktien | 0 Kommentare

Wirecard Aktie 

Liebe Finanzmenschen,

 hier ist Luzifer und ja – sogar in der Finanzhölle brach die pure Panik aus. Wirecard ist gestern bis zu 24,8 % gefallen! Ich zeige euch ohne Gnade, ob sich ein Einstieg in diese verprügelte Aktie lohnt.

Schau dir diesen Beitrag als Video an:

Willkommen zur zweiten Episode von »Chance oder Geldgrab«. Die Show, in der ich Aktien mit extremen Kursschwankungen analysiere.

Gestern hat Wirecard ein echtes Kunststück hingelegt. Die Aktie schloss bei -13,3 % und zog den DAX um 31 Punkte runter. Gab es schlechte Zahlen vom Finanzdienstleister aus Aschheim bei München?

Nein, die Financial Times hatte über mögliche Straftaten berichtet. Edo Kurniawan, verantwortlich für die Region Asien-Pazifik, soll sich der Geldwäsche schuldig gemacht haben. Anscheinend hat er 37 Mio. Euro in sieben Transaktionen verschoben. Am 7. Mai soll ein Compliance-Mitarbeiter den Vorfall aufgearbeitet und dem Vorstandschef Markus Braun vorgelegt haben.

wikipedia braun

Der Vorfall wurde jedoch ignoriert.

Was ist dran an den Vorwürfen?

 Wirecard bezeichnet diesen Bericht als „falsch, ungenau, irreführend und diffamierend“. Nun hat sich sogar die Bafin eingeschaltet. Es wird untersucht, ob eine Marktmanipulation vorliegt. Das ist gut so, denn es bestehen berechtigte Zweifel am Bericht der Financial Times.

 Als Quelle führt Dan McCrum einen geheimen Informanten an. Der Whistleblower scheint ein echter Held zu sein.

Whistleblower Wirecard

Man stelle sich das bildlich vor: Ein Mitarbeiter hatte mit seinem Gewissen zu kämpfen. Er konnte die kriminellen Handlungen nicht mehr dulden und musste deshalb der Presse geheime Informationen mitteilen. Natürlich nur, um den erstklassigen Ruf von Wirecard zu wahren. Für mich hört sich das eher nach dem üblichen Kauderwelsch an. Eine realistischere Motivation wäre eher, dass sich jemand einen höheren Posten schnappen möchte – sofern überhaupt etwas an dem Bericht dran ist.

Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass der Vorstandschef den Bericht einfach ignoriert. Falls es ihn überhaupt gegeben hat.

Dan McCrum ist die Feder hinter der Quelle. Er verfasst regelmäßig Artikel zu Wirecard in der Financial Times. Sehen wir uns doch einige ältere Artikel an.

Berichte Wirecard

Der Autor lässt keine Gelegenheit aus, um negativ über die Wirecard Aktie zu berichten. Dabei arbeitet er mit Clickbaiting-Überschriften. Mein persönlicher Favorit ist »House of Wirecard« in Anspielung an die US-Serie House of Cards. Für mich hat das einen schlechten Nachgeschmack, wenn jemand nur Pessimismus kennt. Das ist so wie die Fußballfans, die bei drei Niederlagen in Folge gleich von Abstieg reden.

Nicht nur Dan McCrum attackiert Wirecard regelmäßig. Die Aktie ist beliebtes Ziel von sogenannten Leerverkäufern.

Hier seht ihr einige Beispiele:

Short Attacken Wirecard

Solche Händler profitieren von fallenden Kursen. Der Ablauf war fast immer derselbe:

  1. Die Short- Attacke beginnt. Als Argument dienen Betrugsvorwürfe aus anonymer Quelle.
  2. Es bricht Panik aus, der Kurs fällt teils zweistellig.
  3. Wirecard beseitigt die Vorwürfe durch eine deutliche Klarstellung.

In der Regel hat sich der Kurs nach der ‚Fake-News‘ positiv entwickelt.

Allerdings gibt mir diese Grafik bezüglich der Short-Positionen zu denken.

Yahoo Grafik Wirecard

Die Quote ist momentan nicht wirklich hoch. In Zukunft könnten die Leerverkäufe noch weiter ansteigen. Hoffen wir mal, dass die Bafin genug Abschreckungsarbeit leistet.

Und wenn die Vorwürfe wahr sind?

Nehmen wir an, Dan McCrum hat wirklich ins Wespennest gestochen. Das würde einen folgenschweren Skandal nach sich ziehen. Gerade in der Finanzbranche steht Vertrauen an erster Stelle. Es würden mehrere Rücktritte folgen, was für kurzfristiges Chaos sorgt. Dies wäre ein schreckliches Szenario für die Wirecard Aktie.

Aber ich denke, die Vorwürfe werden sich schnell in Luft auflösen. In ein paar Tagen dürften sich die Medien beruhigen und dann stehen die Fakten im Vordergrund. Bei einer Aktie sind das Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn und Dividende.

Wie steht es um Wirecard?

Meine Faustformel: Eine Aktie lebt von Fantasie oder Stabilität. Bringt das Unternehmen keinen der beiden Punkte mit, fällt der Aktienkurs langfristig immer tiefer.

Aber was macht Wirecard überhaupt?

Das Geschäftsmodell ist relativ kompliziert, was die Aktie anfällig für Short-Attacken macht. Bei Nike bekommt man die Sportartikel und Sneakers täglich zu Gesicht. Im Alltag sieht man Wirecard jedoch nicht. Weniger erfahrene Anleger verkaufen die Aktie überhastet, wenn sie schlechte Fake-News hören.

Das deutsche Unternehmen fungiert als Bindeglied zwischen Händler und Kunden. Onlineshops bieten verschiedene Bezahlmethoden wie Kreditkarten oder Lastschrift anbieten. Der Kunde kann auch aus dem Ausland stammen. Für jede einzelne Variante müsste der Unternehmen einen Vertrag abschließen. Wirecard führt die Bezahlmethoden zusammen. Somit reicht ein Vertrag für alle Optionen aus.

Ein praktisches Beispiel: Kaufst du dir eine neue Lederjacke, wandert das Geld vom Kunden zum Bezahlservice – wie z. Bsp. Visa. Wirecard verspricht dem Händler, dass er sein Geld erhält. Nun schickt Visa das Geld an Wirecard. Das bayrische Unternehmen behält eine Gebühr ein und überweist dem Händler die restliche Summe. So verdient Wirecard an jeder Zahlung eine winzige Beteiligung mit.

Dieser Service kommt hervorragend an, wie es die Kennzahlen zeigen.

Der Umsatz steigt konstant und langfristig an.

Umsatz Wirecard

Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, soll 2019 ebenfalls wachsen.

EBITDA Wirecard

In beiden Punkten soll es sogar zu einer Beschleunigung kommen. Somit ist Wirecard als Wachstumsaktie einzustufen.

Wirecard zahlt zwar eine Dividende, diese ist aber mit rund 0,2 % eher lächerlich.

Was sagt uns der Chart?

Chartanalyse WirecardDurch den Crash wurde der Aufwärtstrend durchbrochen. Die enorm wichtige Unterstützung bei 125 Euro hat jedoch gehalten. Bricht diese Linie durch, sieht es sehr negativ aus, dann liegt das nächste Kursziel bei ungefähr 111 Euro. Aktuell befindet sich Wirecard unter der gelben 200 Tage Linie. Konservative Sparer steigen meist über dieser Linie ein.

Ein schöner Einstieg würde sich ergeben, wenn Wirecard die negative rote Trendlinie überwinden und die gelbe 200 Tage Linie überwinden könnte. Über 167 Euro wird es sehr positiv. 

Fazit: Ab auf die Watchlist!

 Ich denke, dass an der News nichts dran ist. Sobald sich die Medien beruhigt haben, rücken die Kennzahlen in den Vordergrund – und diese sehen recht positiv aus. Wirecard ist nach wie vor eine solide Wachstumsaktie. Leider finden vermehrt Short-Attacken statt. Ich sehe mich eher als konservativen Anleger, deshalb warte ich auf einen positiven Aufwärtstrend. Die Aktie kommt bei mir auf die Watchliste.

Ich würde auf einen stabilen Aufwärtstrend warten.

deine Aktientipps

Mich interessiert:

Wie ist deine Meinung zur Wirecard Aktie 2019? 

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