Trade Republic Erfahrungen: für 1 € Aktien kaufen! Wie schneidet die App im 1.000 € Test ab?

Apr 6, 2019 | Höllenpresse, teuflische Börsengedanken | 7 Kommentare

Für nur 1 Euro pro Trade handeln?

Das geht und zwar bei Trade Republic. Ich habe 1.000 Euro in ein Depot bei Trade Republic eingezahlt. In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrungen offen und ehrlich mit dir. Ich zeige dir natürlich mehrere Echtgeld-Trades.

Und du erfährst, ob Trade Republic seriös ist.

Hier kannst du den Artikel als teuflisch gutes YouTube-Video ansehen:

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»Deutschlands erster mobiler und provisionsfreier Broker. Aktien und ETFs ohne Orderprovision börslich handeln. Für die Abwicklung fallen ein Euro Fremdkosten an.«

Die drei Sätze sind ein echter Hammer für die deutsche Brokerwelt. Nur 1 Euro pro Trade. Das ist eine echte Revolution. Warum das so ist, möchte ich dir nun zeigen.

Hier siehst du die Konditionen der Kreissparkasse Köln. Für S-direkt Brokerage fallen 0,5 % der Ordersumme an. Okay, das hört sich fair an. Du kaufst für 100 Euro Aktien und zahlst 0,5 % der Summe an Gebühren, also 50 Cent. Wäre da nicht die Mindestsumme von 14 Euro. Und schwupps, du zahlst für ein Aktienpaket von 100 Euro stolze 14 Euro an Gebühren. Du startest mit einem Minus von 14 % in dein Investment. Und beim Verkauf werden weitere 14 Euro fällig.

Übers Telefon sind es sogar 18 Euro. Aber wer übers Telefon tradet, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Zusätzlich kommt eine Quartalsgebühr von mindestens 5,95 Euro hinzu.

Okay, die Kreissparkasse ist nicht gerade für preiswerte Finanzprodukte bekannt. Schauen wir uns meinen Testsieger an.

Bei der comdirect bank kannst du ab 3,90 Euro pro Trade für 12 Monate handeln. Die Kreissparkasse hat ja 14 Euro Gebühren für unsere 100 Euro Order verlangt. Mit diesem Angebot sind es nur noch 3,90 Euro und das bei kostenloser Depotführung. Wenn du für 100 Euro Aktien kaufst, musst du 4 % Gebührenverlust reinholen. Deutlich besser als die 14 % der Kreissparkasse.

Aber nun kommt Trade Republic und sagt ganz frech »Für die Abwicklung fallen ein Euro Fremdkosten an. Ein einziger Euro. Das ist nur 1 % Gebührenverlust bei einer Order für 100 Euro. Zum Vergleich: Bei der comdirect sind es 4 % und bei der Kreissparkasse 14 %.

Kann das wirklich sein? Vielleicht gibt es irgendwelche versteckte Kosten, die erst nach dem Trade erscheinen. Um das herauszufinden, habe ich für dich einen Echtgeld-Test mit 1.000 Euro gemacht!

Steigen wir direkt in meine Trade Republic Erfahrungen ein.

Registrierung

Um den Broker nutzen zu können, musst du dich zuerst registrieren. Das ist ganz einfach. Dafür gibst du deine E-Mail-Adresse an, hier findest du den Link:

Ist in wenigen Sekunden erledigt.

Nach der Registrierung erhältst du per Mail einen Bestätigungslink zugeschickt. Klick auf den Link und dann heißt es abwarten. Trade Republic prüft, ob du kein Bot oder so bist. Ich musste paar Tage warten, bis mein Account freigeschaltet war. Sobald die Prüfung erledigt ist, schickt dir der Broker eine Mail zu. Dann kannst du deinen Account erstellen. Das geht über die Trade Republic App. Dort trägst du deine Daten wie deinen Namen ein und legitimierst dich über das Video-Ident-Verfahren. Das ist ein kurzes Videotelefonat, bei dem du deinen Personalausweis in die Kamera hältst. Trade Republic macht das zu deiner Sicherheit, da sich sonst eine fremde Person unter deinem Namen anmelden könnte.

Oberfläche

Du bedienst Trade Republic per Smartphone. Deshalb ist die App bewusst spartanisch gestaltet. Der Smartphone-Screen bietet keinen Platz für unnötige Details. Aber gerade deshalb ist die Trade Republic App besonders einsteigerfreundlich.

Also ich habe 1.000 Euro eingezahlt.

Trade Republic Test

Und so sah mein Bildschirm aus, nachdem das Geld auf dem Depot eingetroffen ist. In der Mitte stehen die Investments. Den Screenshot habe ich vor den Trades aufgenommen, keine Sorge. Gleich zeige ich dir meine Echtgeld-Trades.

Was ich spannend finde: Es sind 6.100 Aktien und 250 ETFs handelbar. Das ist eine solide Auswahl. Allerdings gibt es da einen kleinen Kritikpunkt, darauf gehe ich aber später ein.

Unten kannst du dir eine Watchlist einrichten. Das ist praktisch, weil du so deine Aktien immer im Blick hast. Du siehst auch den Tagesverlauf als winzige Grafik. Für einen schnellen Marktüberblick ist das hilfreich.

Du kannst alle Geldbewegungen im Profil nachvollziehen.

Trade Republic Erfahrung

Hier siehst du, dass ich 1.000 Euro eingezahlt habe. Später schauen wir nochmals aufs Profil, da stehen dann alle meine Trades und der Kontostand danach. Unter Einstellungen kannst du deine persönlichen Daten nachlesen. Du kannst deine E-Mail-Adresse und Handynummer ändern. Aber okay, das kennst du wahrscheinlich von anderen Diensten. Ist ja überall fast das Gleiche mit den Einstellungen.

Soviel zur Oberfläche, kommen wir zu den spannenderen Punkten.

Trading

Trade Republic bietet eine bequeme Suchfunktion.

Trade Republic Aktien

Die beliebtesten Aktien und ETFs stehen direkt auf der Start-Suchseite. Natürlich stehen die FANG-Aktien auf Top-Rängen. Ich denke, das liegt an der relativ jungen Zielgruppe. Smartphones werden tendenziell von jüngeren Verbrauchern benutzt. Und ich denke, das ist auch die Zielgruppe von Trade Republic. Und solche Personen lieben Aktien wie Facebook oder Netflix. Bei den beliebten ETFs erscheinen die üblichen Verdächtigen. DAX, MSCI World. Absolute Standard-Indizes eben.

Ich habe für dich die Tesla Aktie gesucht.

Tesla Motors, wunderbar, da haben wir sie. Wenn du auf die Aktie klickst, kannst du dir weitere Informationen anzeigen lassen. Hier siehst du den Tageschart der Aktie. 

Alles ganz einfach per Fingerwisch zu steuern. Zu der Aktie selber gibt es auch weitere Informationen. Du siehst einige Kennzahlen und allgemeine Informationen. Der wichtigste Bereich sind jedoch die Nachrichten. So kannst du im Bus oder in der Bahn bequem News lesen. Dafür startest du die Trade Republic App und wählst die Aktie aus. Und schon werden dir die aktuellsten News präsentiert.

Außerdem kannst du einen Preisalarm hinzufügen. Erreicht die Aktie einen bestimmten Kurs, erhältst du eine automatische Push-Nachricht. Das ist praktisch, wenn dir die Aktie gerade zu teuer ist. Du möchtest einen günstigeren Kurs abwarten und dann nochmals schauen.

Jetzt zeige ich euch den ersten Echtgeld-Trade. Nein, es ist nicht Tesla, sondern die Realty Income Corporation. Ich habe das Unternehmen gekauft, weil es eine monatliche Dividende zahlt und ich das für euch testen möchte. Also ob die Ausschüttungen flüssig ablaufen.

Zuerst schauen wir uns mal kurz den Chart der Reality Income Corp an. Im 5 Tagesverlauf weniger hübsch, aber der Jahreschart sieht teuflisch gut aus.

Nun klicke ich unten auf »kaufen«, um die Aktie zu kaufen. Okay, das erklärt sich eigentlich von selbst. Und dann gebe ich die Anzahl der Aktien ein. Ich haue jetzt einfach mal 7 Stück für 64,38 Euro rein. Insgesamt sind das dann 450,66 Euro.

Danach wählst du die Art der Ausführung aus. Das ist ganz wichtig. Trade Republic bietet dir da zwei Optionen. Du kannst sofort zum Markt-Preis ausführen. Kurz nochmals zurück. Bei der Reality Corp wären das die 64,38 Euro. Das ist der aktuelle Markt-Preis. Ich kann mir die Aktien für diesen Preis sofort ins Depot holen.

Aber ich kann auch sagen: Ne, ist mir zu teuer! Dann muss ich einen Limit-Preis auswählen. Das heißt, ich lege einen günstigeren Kaufpreis fest. Sobald dieser Kaufpreis erreicht ist, wird die Aktie automatisch vom Broker gekauft. Ich könnte z. Bsp. genau 60 Euro angeben. Aber ich bin heute einmal ganz wild und gönne mir den aktuellen Markt-Preis.

Mit einem Klick auf den Pfeil geht’s weiter und es erscheint das finale Fenster.

Hier siehst du deine Order nochmals im Überblick. Der Markt-Preis ist übrigens um 1 Cent gestiegen. Verdammt, da muss ich durch. Mit einem Klick auf »Jetzt kaufen« gibt’s kein Zurück mehr, die Aktie wird gekauft. Machen wir das einmal. Und schwupps, die Order ist platziert. Die Push-Nachricht kam wenige Millisekunden später, da es eine Markt-Order war.

Hätte ich eine Limit-Order für 60 Euro platziert, hätte ich die Push-Nachricht erst bei der Ausführung erhalten. Logisch.

In der App kannst du dir den Kauf nochmals genau ansehen.

Hier siehst du alle Daten zum Trade. Kaufpreis passt, Datum der Ausführung und Stückzahl auch. Und ganz unten stehen die Orderkosten. Tatsächlich, Trade Republic hat wirklich nur 1 Euro an Gebühren berechnet.

Der zweite Trade war AMD. Also Aktie auswählen und unten auf »kaufen« klicken. Dann wieder Stückzahl eingeben und auswählen, ob ich zum aktuellen Markt-Preis kaufen möchte oder eine Limit-Order wünsche. Ich habe wieder zum Markt-Preis gekauft. Es erscheint der finale Bildschirm. 23 Stück AMD zum Markt-Preis von 544,41 Euro, passt. Gekauft! Danach kurz die Übersicht prüfen, ob alles stimmt. Ja, sieht alles richtig aus.

Wieder nur 1 Euro für die Order bezahlt.

Ich kann bestätigen, die Trade Republic App hält, was sie verspricht.

Erinnerst du dich noch, am Anfang habe ich dir mein Startprofil gezeigt. Da waren die 1.000 Euro von der Überweisung drin. Schauen wir jetzt wieder rein. Nun siehst du die beiden Aktienpakete mit der jeweiligen Kaufsumme.

Das Geldkonto zeigt, wie viel Geld noch vorhanden ist. Du kannst das Profil als Kontoauszug ansehen.

Kritikpunkte

Die Trades kosten wirklich nur 1 Euro. Da muss ich Trade Republic wieder loben. Anfangs dachte ich, es gibt irgendwelche versteckte Kosten. Aber nein, es ist 1 Euro und kein Cent mehr.

Es gibt nur einen kleineren Kritikpunkt.

Die Trades werden über das elektronische Handelssystem Lang & Schwarz (LS) Exchange ausgeführt. Du kannst also keine anderen Handelsplätze wie die Börse Stuttgart oder die XETRA auswählen. Nein, du bist zwingend an die Lang & Schwarz gebunden. Bei bekannten Aktien mit einem hohen Handelsvolumen ist das überhaupt kein Problem.

Schau dir einmal Daimler an.

Der Spread beträgt nur wenige Cent, was weniger als 0,3 % sind. Das ist übrigens die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis. So verdient der Handelsplatz sein Geld. Bei bekannten Unternehmen wie Amazon, Facebook, Volkswagen oder Apple ist das gar kein Problem. Möchtest du echte Insider wie die Sino AG handeln, wird es teurer.

Hier kann der Spread bei 5 % oder höher liegen.

Und leider gibt’s keine anderen Handelsplätze.

Nochmals: für bekannte Aktien ist Trade Republic super und genial. Du kannst selbst mit 100 Euro einsteigen. Da die Gebühren günstig sind, kannst du problemlos kleinere Positionen handeln. Einige Anleger unterschätzen die Kosten. Lass mich eine kleine Geschichte erzählen. Vor paar Jahren hatte ich einen Tag mit 10 Trades. Die Orders haben mir einen Kursgewinn von 180 Euro gebracht. Klingt super, wären da nicht die Tradingkosten. Pro Trade musste ich 20 Euro bezahlen, also 10 Euro für den Kauf und 10 für den Verkauf. Somit lagen die Gebühren bei 200 Euro und ich habe 20 Euro verloren. Mit Trade Republic hätte ich jedoch 160 Euro gewonnen. Pro Trade 2 Euro Gebühren mal 10 Trades sind 20 Euro Gesamtkosten. Das Beispiel zeigt, wie wichtig niedrige Gebühren sind.

Ansonsten könnte die App ein paar mehr Informationen bieten. Fundamentale Kennziffern wie Umsatz und Gewinn wären super. Wirklich nur die Basis wären in Ordnung. Und Trade Republic könnte im Chart einige gängige Indikatoren wie RSI oder Stochastik anbieten. Das würde den Funktionsumfang deutlich erweitern. Denn aktuell eignet sich die App praktisch nur zum Traden. Alles ist sehr übersichtlich gestaltet, aber das wars schon. Wir haben extrem niedrige Kosten und eine übersichtliche App. Darüber hinaus hoffe ich auf mehr Funktionen. Doch die App ist ganz neu und bestimmt wird da einiges kommen.

Hier siehst du meinen Start-Bildschirm einige Tage später.

Oben erscheint die Entwicklung des Kontostands als Grafik, das ist sehr spannend zu verfolgen. Unten die Investments im Überblick.

Konntest du bereits Trade Republic Erfahrungen sammeln?

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