Passives Einkommen mit Aktien: Wie ist das möglich?

von | Jan 10, 2019 | Höllenpresse, teuflische Börsengedanken | 2 Kommentare

Liebe Finanzmenschen,

heute erkläre ich euch, wie man sich ein passives Einkommen mit Aktien aufbauen kann.

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Was ist ein passives Einkommen?

Gehst du zur Arbeit, tauscht du Geld gegen Zeit. Kündigst du deinen Job, fließt kein Lohn aufs Konto. Für ein passives Einkommen musst du nichts tun. Das Geld wird automatisch aufs Bankkonto überwiesen.

Otto Normalsparer

„Wofür gehen wir dann noch zur Arbeit? Stattdessen kann man das Geld auch im Schlaf verdienen!“

Du musst Geld investieren, um daraus mehr Geld zu machen.

1. Zuerst gehst du arbeiten, um das notwendige Kapital zu verdienen. Somit trittst du beim passiven Einkommen in Vorleistung.

2. Danach setzt dein erarbeitetes Geld ein, um Aktien zu kaufen.

3. Erst nach dem Kauf erzielst du ein passives Einkommen. Das geschieht durch regelmäßige Dividenden-Zahlungen. Für dieses Geld musst du nichts tun, außer die Aktien zu besitzen.

Passives Einkommen mit Aktien basiert auf Dividenden. Eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung. Du investierst in das Unternehmen. Zum Dank beteiligt es dich an seinen Gewinnen. Gewöhnlich zahlen deutsche Firmen eine jährliche Dividende. Britische Firmen schütten häufig eine Quartalsdividende aus. In den USA gibt es sogar Unternehmen mit einer monatlichen Dividende.

Richtige Aktien auswählen

Nicht alle Aktien eignen sich für ein passives Einkommen. Manche schütten gar keine Dividende aus. Das heißt nicht, dass es sich um schlechte Aktien handelt. Eine Amazon hat noch nie eine Dividende bezahlt. Die Firma steckt ihr Geld lieber ins Wachstum.

Vor allem Wachstumsaktien aus Hightech-Branchen verzichten auf eine Dividende.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wünscht sich eine jährliche Inflation von 2 Prozent. Daher sollte die Dividende bei über 2 % liegen. Ansonsten fressen höhere Preise unsere Rendite heimtückisch auf.

EZB Inflation 2 Prozent

Ich persönlich setze auf zwei verschiedene Anlagestrategien.

1. Dividenden-Aristokraten

Solche Aktien gelten als Creme de la Creme der Dividendenaktien. Ein Wertpapier muss strenge Voraussetzungen erfüllen, um sich als Aristokrat bezeichnen zu können:

  • über 25 Jahre Dividende erhöht
  • mindestens jährliche Ausschüttungen
  • keine Kürzungen oder Streichungen
  • fällt die Dividende einmal aus, geht der Titel »Dividenden-Aristokrat« verloren

Vor allem in den USA haben Dividende eine lange Tradition. Im Index S&P 500 Dividend Aristocrats finden du US-Aktien, auf die diese Definition zutrifft.

Dividenden Aristokraten S&P 500 Vergleich

Die Aristokraten aus dem S&P 500 übertreffen den normalen S&P 500 regelmäßig.

Nehmen wir als Beispiel Coca-Cola. Seit 1920 dürfen sich Aktionäre an einer Quartalsdividende erfreuen. Die letzten 55 Jahre wurde die Dividende konstant erhöht.

Coca Cola Dividende Entwicklung

Allerdings darfst du nicht blind in Dividenden-Aristokraten investieren. Du musst die Aktien gründlich analysieren. Neben deiner normalen Analyse musst du auf die Ausschüttungsquote achten. In der Fachsprache wird diese Quote auch als Payout Ratio bezeichnet. Diese Kennziffer zeigt, welcher Anteil der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Quote sollte höchstens bei 75 % liegen.

Warum?

»Otto Normalsparer erhält weniger Gehalt. Parallel macht das Auto komische Geräusche. Dennoch gibt er sein Geld für Partys aus, anstatt seine Ausgaben zu senken. Früher oder später wird er erhebliche Geldsorgen haben. So verhält es sich auch bei Dividenden-Aristokraten: Das Unternehmen sollte sich die Dividende langfristig leisten können.«

Nur wer das nötige Kapital besitzt, kann dauerhaft feiern gehen. Wer seine Ersparnisse in Alkohol „investiert“, wird bald keine mehr haben und muss sein Nachtleben streichen. Genauso sollte sich das Unternehmen die Dividende leisten können.

2. Gelddrucker

Aristokraten sind interessant, aber die Auswahl ist stark begrenzt. Zudem gibt es Blender: Einige Dividenden-Aristokraten schütten weniger als 1 % im Jahr aus. Von solchen Aktien rate ich ab, wenn es vorrangig um ein passives Einkommen geht.

Fresenius ist der einzige echte deutsche Dividenden-Aristokrat.

Fresenius Aktie

Seit 1993 gibt es eine jährliche Dividende. 2017 lag die Ausschüttung gemessen am Kurs bei 0,8 Prozent. Aktuell sieht es mit ungefähr 1,5 % besser aus. Das ist nach wie vor nicht wirklich viel.

Es existieren teuflisch gute Dividendenzahler, die aber keine Aristokraten sind. 25 Jahre sind eine enorme Hürde. Deshalb habe ich die Gelddrucker-Strategie erstellt. Ein Gelddrucker zeichnet sich durch hohe Dividenden aus. Nach dem Kauf vergisst die Aktie im Optimalfall bis ans Lebensende. Du bist nur an den Zahlungen interessiert. Der Aktienkurs ist eher zweitrangig, eine seitliche oder langfristig steigende Bewegung ist optimal. Wichtig ist nur, dass die Aktie nicht nachhaltig fällt.

An Gelddrucker stelle ich folgende Voraussetzungen:

  • jährliche Dividende von 4-8 %
  • Streichung oder Senkung während Börsencrash (z. Bsp. Dotcom-Blase 2001, Finanzkrise 2008) erlaubt
  • in den letzten 15 Jahren mindestens 13 jährliche Dividenden
  • die Ausschüttungen sollten sich auf einem ähnlichen Niveau bewegen, also nicht ein Jahr 8 % und dann nur noch 0,5 %
  • stabiler Aktienkurs: geringe Kursschwankungen (max. 200 % vom tiefsten zum höchsten Kurs)

Shell ist ein gutes Beispiel.

Passives Einkommen mit der Aktie Shell

Die Aktie schwankt um einen Kurs von 23 Euro herum. Die Kursspanne vom niedrigsten zum teuersten Kurs liegt bei circa 110 Prozent. Dafür profitiert der Anleger von einer Dividende von ungefähr 6-7 %, abhängig vom Einstiegskurs.

Natürlich ist mit Gelddruckern auch Kurswachstum möglich.

Münchener Rück Dividende

Hier siehst du die Münchener Rück mit einer Dividende von etwa 4,7 Prozent. Im Vordergrund stehen jedoch die Dividende und ein relativ stabiler Aktienkurs.

Alternative: Aktien jährlich verkaufen

Du kannst regelmäßig Aktien verkaufen, um ein passives Einkommen zu erzielen. Dafür sicherst du dir ein größeres Startpaket. Nehmen wir an, du kaufst 100 Wertpapiere.

Ein Jahr später fängst du mit dem Verkauf an. Am ersten Handelstag im Juli verkaufst du jeweils 5 Aktien. Das wiederholst du jedes Jahr, bis alle Aktien verkauft sind.

Aktienverkauf langfristige Taktik

Somit hast du für die nächsten 20 Jahre ein passives Einkommen. Bei dieser Taktik setzt du vorrangig auf Kursgewinne. Als Zuckerbrot gibt’s eventuell Dividenden.

Die Taktik kann aufgehen, wenn wir uns Amazon ansehen.

Amazon passives Einkommen

Die rote Kreuze stehen für regelmäßige Verkäufe zum gleichen Zeitpunkt. Da Amazon dauerhaft gestiegen ist, wäre jeder Aktienverkauf zu einem vorteilhaften Preis erfolgt. So klappt’s mit dem passiven Einkommen!

Das Problem: Aktien steigen nicht immer konstant an. Sie können auch langfristig fallen und nur kurzfristig ansteigen. Mit etwas Pech kaufst du zu einem Höchstkurs. Der Verkauf erfolgt zu niedrigeren Kurse, wie es die Daimler Aktie zeigt.

Daimler Aktie

Außerdem fallen bei jedem Verkauf entsetzliche Gebühren an. Viele Broker verlangen für eine Order von 500 Euro ungefähr 10 Euro an Transaktionskosten. Das entspricht 2 % der Verkaufssumme!

Die Verkaufstaktik ist für langfristige Investments interessant. Sagen wir, du hast dein Kapital für 30 Jahre oder länger angelegt. So kannst du den Verkaufspreis breiter streuen. Verkaufst du deine Aktien nach 35 Jahren auf einen Schlag, erwischt du womöglich einen blutroten Aktienkurs. Für ein passives Einkommen mit Aktien bevorzuge ich die beiden oberen Strategien.

Fazit: Passives Einkommen durch Dividenden aufbauen

Wer ein passives Einkommen mit Aktien erzielen möchte, sollte auf Dividenden-Aristokraten oder Gelddrucker setzen. Bei diesen Taktiken kannst du lebenslang investiert bleiben. Ich würde die Dividende in neue Aktien anlegen, um die Ausschüttungen zu erhöhen. Der Zinseszinseffekt lässt grüßen!

deine Aktientipps

Ich habe sehr viel erzählt, nun bist du an der Reihe:

Gelddrucker oder Dividenden-Aristokraten, welche Strategie gefällt dir besser?

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Bonus: Bei 100 Kommentaren veröffentliche ich meine Top 20 Dividenden-Aktien, natürlich wie immer direkt aus der Hölle.