Börsenfehler: höhere Rendite durch weniger Fehler

von | Jan 2, 2019 | Höllenpresse, teuflische Börsengedanken | 0 Kommentare

Liebe Finanzmenschen,

heute sprechen wir über 6,66 verwerfliche Börsenfehler. Du musst diese Todsünden vermeiden, da sie deine Rendite auffressen.

Schau dir diesen Beitrag als Video an:

1. Hochmut: ohne Strategie handeln

Aktiensuppe mit Luzifer

»Heute wollen wir eine leckere Aktiensuppe kochen! Hier liegt eine Amazon, die tue ich mal rein, Apple passt bestimmt auch wunderbar dazu! Und eine Prise Netflix kann auch nicht schaden!«

Aktien breit streuen

»Das ist eine furchtbare Depotmischung, der Fokus liegt zu stark auf Technologieaktien!«

Besser ist es, ein Aktien-Rezept zu benutzen!

Viele Anleger mixen irgendwelche Zutaten zusammen. Es kommt eine ungenießbare Aktiensuppe heraus. Bei der Geldanlage in Aktien musst du einem Rezept, also einer Strategie folgen. Erstelle eine Börsenstrategie mit klaren Vorgaben.

Du musst zwei Fragen klären:

  • Wann kaufe ich?
  • Wann verkaufe ich?

Eigne dir Wissen an, bevor du Aktien kaufst.

2. Sturheit: Gesamtmarkt ignorieren

Infineon Aktien

In Börsengruppen melden sich immer wieder frustrierte Anfänger. Ihre Aktien sind um 2 oder 3 % gefallen und sie fragen nach den Gründen.

Die Antwort: Fallende Aktienkurse haben häufig nichts mit dem Unternehmen zu tun.

Im Gesamtmarkt hat sich ein Finanzdämon eingeschlichen.

Unter dem Gesamtmarkt versteht man global wichtige Märkte. Herrscht eine schlechte Stimmung, wirkt sich das auf alle Aktien aus. Das ist so, wie wenn du eine Beerdigung besuchst. Auch wenn du an dem Tag im Lotto gewonnen hast, wirst du nicht strahlend durch die Gegend rennen. Du passt dich den trauernden Gästen an.

Hier siehst du den Dow Jones:

Dow Jones gefallen
Aktien im Dow Jones gefallen

Er enthält die 30 größten US-Unternehmen.

An diesem Tag herrschte eine schlechte Grundstimmung, deshalb sind alle Aktien gefallen, wie du es in diesem Foto siehst. Die Aktien haben sich wie bei der Beerdigung von der schlechten Stimmung anstecken lassen.

Herrscht ein negativer Trend vor, solltest du das nicht ignorieren.

Während der Dow Jones und der DAX seit der Finanzkrise eine Rallye hingelegt haben, befindet sich der italienische MIB unter Druck.

FTSE MIB Vergleich

Überleg dir genau, ob du in einen solchen Markt investieren möchtest.

Lauf auch keinem extremen Trend nach.

Falle Bitcoin

Ein Beispiel ist der 2017 sündig gehypte Bitcoin. Das Luftschloss löste sich Anfang 2018 schnell auf.

Lass dich nicht vom inneren Gelddämon zu Käufen oder Verkäufen verführen. Folge immer einer klaren Strategie, dann kann dir das nicht passieren.

3. Habgier: alles auf eine Karte setzen

Viele Anleger investieren ihr komplettes Kapital in eine Aktie. Das ist eine tödliche Taktik, da sogar Weltmarktführer straucheln können.

Aktie Nokia

Erinnerst du dich noch an das kultige Nokia 3310? Bis 2011 galt der finnische Konzern als Marktführer. 2013 wurde die Mobilfunksparte an Microsoft verkauft. Heute spricht kaum jemand von Nokia.

Diese negative Entwicklung lässt sich auch am Aktienkurs nachvollziehen.

Um das Risiko zu senken, solltest du auf mehrere Aktien setzen. In der Fachsprache wird diese Taktik als Diversifikation bezeichnet.

Nehmen wir an, du teilst dein Depot in 10 Aktien mit gleichen Anteilen auf.

Pleite Diversifikation

Bei einem Totalausfall müssen die restlichen 9 Aktien jeweils nur um 11,11 % steigen, um diesen Verlust auszugleichen.

4. Trägheit: auf Experten hören

So weit das Auge reicht, die Börsenwelt ist voller Experten. Zu jeder Aktie finden sich zwei unterschiedliche Meinungen.

Besonders berühmt sind sogenannte Crash-Propheten. Sie machen uns das Leben zur Hölle, da sie unsere Ängste wecken. Wegen dem drohenden Börsencrash musst du deine Aktien schnell verkaufen. Ein berühmter Vertreter dieser Zunft ist Marc Faber. Am 25. Juni 2013 warnte er vor einem Börsencrash in Höhe von 30 %.

»It still has considerable downside risk everywhere!«

Marc Faber

Die Prognose stellte sich als Luftschloss heraus.

Marc Faber falsche Prognose

Die vertikale Linie zeigt den Zeitraum nach seiner Prognose.

Keine Kursverluste weit und breit. Der Index entwickelte sich sehr positiv.

Tatsächlich stieg der S&P 500 um über 30 %!

Daher solltest du niemals auf Experten hören. Lass dich nicht von einem Doktortitel blenden. Die Börse interessiert sich 0,0 für akademische Auszeichnungen. Ansonsten müsste die Forbes-Liste der reichsten Menschen vor Professoren platzen.

So gehe ich mit Fremdanalysen um:
1. Zuerst schreibe ich mir sinnvolle Argumente auf.
2. Das Fazit des Analysten lese ich mir gar nicht erst durch.
3. Ich versuche immer eigene Rückschlüsse zu ziehen!

5. Völlerei: zu viel handeln

Alphabet Facebook Diskussion

Ja, die Diskussion sieht verführerisch aus.

Die Meute ist einer Meinung: Alphabet könnte ein super Investment sein. Da muss man als Finanzmensch sofort zuschlagen!

Kennst du den Börsenspruch »Hin und her macht Taschen leer«? Ich halte nicht viel von Weisheiten, aber dieser Spruch hat seine Berechtigung. Weniger erfahrene Anleger jagen Trends hinterher. Aktien werden wie wild gekauft und verkauft.

Ich rate Finanzmenschen aus zwei Gründen davon ab:

  • für jede Transaktion fallen Kosten an, allein 5 Käufe und Verkäufe können insgesamt 100 Euro und mehr kosten, im Jahr entstehen vierstellige Mehrausgaben
  • kurzfristige Entwicklungen sind schwer einzuschätzen

Es ist deutlich einfacher, eine Aktie für 10 Jahre oder länger zu kaufen. Das schont die Nerven und meist auch den Geldbeutel. Die Rendite fällt höher aus und du musst weniger dafür tun.

6. Zorn: emotionale Entscheidungen treffen

Manchmal fallen die Märkte mehrere Tage, was die Nerven belastet. Du siehst, wie dein hart erarbeitetes Vermögen schwindet. Um das letzte bisschen Geld zu retten, steigst du aus. Dabei hättest du laut deiner Strategie investiert bleiben müssen!

Ein typisches Beispiel:

Adidas Anfang

2015 hat ein Anleger in Adidas investiert. Er folgt einer einfachen Trendstrategie. Der Verkauf soll bei Trendbruch erfolgen.

Adidas Mitte

Ende 2016 wird er nervös, weil der Kurs sinkt. Er verkauft seine Aktien, obwohl der Trend laut seiner Strategie positiv ist.

Börsenfehler Adidas

Im Nachhinein stellt sich das als Fehler heraus. Adidas ist gestiegen, gestiegen und gestiegen!

Viele Anleger steigen am Tief aus, anstatt günstige Kurse für Käufe zu nutzen. Ich kann mich nur wiederholen: Du musst deine Strategie wie ein Stein umsetzen. Trotz Verlusten bleibst du felsenfest investiert, wenn dir das deine Taktik sagt.

Spontankäufe und -verkäufe sind die teuersten Todsünden an der Börse.

6,66. Faulheit: zu teurer Broker

Viele Finanzmenschen besitzen seit 10 Jahren das gleiche Depot. Leider zahlt sich Treue im Bankwesen nicht aus. In der Regel gibt es keine Rabatte für Bestandskunden. Deshalb solltest du dringend die Konditionen vergleichen.

Die Depotgebühren stehen beim Aktienhandel an erster Stelle.

Es macht einen großen Unterschied, ob die Orderkosten bei 15 oder 10 Euro liegen.

Mehrkosten 1 Trade

1 Trade → 5 Euro

Pro Trade „schenkst“ du deiner Bank 5 Euro, wenn du stattdessen zu einem günstigeren Broker wechseln könntest!

Mehrkosten 3 Trades

3 Trades → 15 Euro

Viele Anleger kaufen pro Monat drei Aktienpakete. Das sind bereits 15 Euro zu teuer bezahlten Gebühren

Börsen Fehler Mehrkosten 36 Trades

180 Euro im Jahr

Bei nur drei Trades pro Monat ergeben sich Mehrkosten von 180 Euro im Jahr.​ Mit einem günstigeren Broker kannst du dieses Gehalt und vielleicht mehr einsparen!

Ich empfehle folgende Broker:

  • onvista (für Kleinanleger und Trader, die Aktien kaufen)
  • comdirect (wenn du bevorzugt auf Aktien- und ETF-Sparpläne setzt)
  • All-inclusive-Lösung: comdirect (kostenloses Girokonto, Depot und Kreditkarte)

Ein weiterer Fehler sind falsche Anlageprodukte. Anstelle von Aktien kannst du auch in ETFs investieren. Das sind passive Fonds, die einen Index wie den DAX nachbilden. Die comdirect bietet für ETFs besonders attraktive Konditionen.

Börsenfehler du

Nun bist du an der Reihe:

Mich interessiert sehr, ob dir alle Todsünden bekannt waren!

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