Aurora Cannabis: Viel Rendite, KEINE Moral ? sündige Aktien #2

Feb 13, 2019 | Höllenpresse, viel Rendite, keine Moral | 0 Kommentare

Liebe Finanzmenschen,

Börse kann echt chillig sein … und zwar mit Cannabis-Aktien! Heute sprechen wir über Aurora Cannabis.

Ich zeige euch, ob sich jetzt ein Einstieg lohnt.

In meiner Show »Viel Rendite, keine Moral« stelle ich dir teuflisch gute Aktien aus sündigen Branchen vor. Das Motto meiner zweiten Episode lautet Wollust. Und da habe ich dir Aurora Cannabis als sündige Aktie herausgesucht.

Heute hat das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht. Um es kurz zu machen: Enttäuschend. Aber schaut selbst!

Aurora Cannabis Reaktionen

Besonders witzig finde ich die Schlagzeile »So darf es nicht weitergehen!« Also die Medien sind traurig, ich aber überhaupt nicht. Ich finde, hier wird die Sau durchs Dorf getrieben. Wie ich darauf komme? Das erkläre ich dir jetzt anhand der wichtigsten Kennzahlen.

Kurz noch eine Info: Ich packe alle sündigen Aktien aus dieser Show in ein wikifolio.

Nach der 100 % kostenlosen Registrierung suchst du einfach nach „Suendige Aktien“. So heißt mein wikifolio. Klick rein, um die anderen teuflisch guten Unternehmen zu sehen.

Hohe Investitionen

Aurora Cannabis Daten

Die Umsätze haben sich mehr im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Das klingt sehr beeindruckend. Aber schauen wir ein Jahr zurück. Erst hier wird es wirklich wahnsinnig. Aurora hat ein Umsatzplus von 430 Prozent hinbekommen.

Stell dir vor, du bist Händler und verkaufst normal 200 Schränke. Ein Jahr später sind es plötzlich 1.060 Schränke. Das geht nicht einfach so ohne extra Maßnahmen. Dafür musst du einen totalen Trend erwischen. Es kommen Ahornschränke in Mode und du bist der einzige Händler. Oder du eröffnest drei andere Shops und steigerst deinen Umsatz künstlich.

Aurora Cannabis profitiert von beiden Punkten.

Das zeigen uns die Suchanfragen in Google Trends.

Cannabis Google Trends

Durch die Legalisierungswelle wurde Cannabis immer beliebter. Selbst in Deutschland ist medizinisches Cannabis seit 2017 legal. Also ist Cannabis voll im Trend. Ja gut, das war es irgendwie schon immer, aber jetzt besonders. Der zweite Punkt sind zusätzliche Geschäfte. Unser Schrankumsatz ist durch neue Filialen gestiegen.

Aurora Cannabis erzielt neue Umsätze durch milliardenschwere Übernahmen.

Aurora Cannabis Produkte

Cannimed Therapeutics ging für 1,1 Milliarden CAD an Aurora. Das sind ungefähr 735 Millionen Euro. Zudem kostete MedReleaf stolze 3,2 Milliarden CAD, also 2,2 Milliarden Euro. Beide Deals wurden letztes Jahr abgewickelt.

Es ist absolut logisch, dass Übernahmen die Bilanz belasten. Schließlich müssen sie irgendwie finanziert werden. Übernahmen kosten Geld. Schauen wir in die Kennzahlen, um zu sehen, wie gut Aurora finanziell aufgestellt ist.

Aurora Cannabis Kennzahlen

Das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, soll sogar 2019 negativ sein. Das ist aber nur bei etablierten Unternehmen wirklich schlimm. Für starke Wachstumswerte gelten andere Regeln. Und Aurora Cannabis ist eine extrem starke Wachstumsaktie, wie es der erwartete Umsatz zeigt. Ab 2020 sieht es rosiger aus, wenn das EBITDA wieder in den grünen Bereich wechselt.

Was ist mit der Marge?

Es wird großes Theater um die Gewinnmarge gemacht.

Aurora Cannabis Daten 2 

Ja, die Marge ist von 70 auf 54 Prozent gefallen. Das klingt nach einem dramatischen Rückgang. Ist aber weniger wild. Die meisten Unternehmen träumen von einer Marge über 50 Prozent.

Was sind nun die Gründe für die schlechtere Gewinnmarge?

  1. Niedrigere Verkaufspreise für Cannabis. Um die Marge zu erhöhen, hat Aurora ein neues Produkt auf den Markt gebracht. Im Dezember 2018 kamen Softgel Kapseln mit einer höheren Gewinnmarge auf den Markt.
  2. Die Verkäufe von Cannabisöl gingen zurück. Das Produkt bringt jedoch sehr hohe Gewinnmargen.
  3. Es fielen zusätzliche Steuern für medizinisches Cannabis an. Okay, gegen den Staat kann man wenig machen, da müssen alle Cannabis-Produzenten durch.
  4. Die Anlage ‚Aurora Sky‘ wurde in Betrieb genommen, was natürlich nicht kostenlos ist.
  5. Neue Verpackungsanforderungen haben weitere Ausgaben verursacht. Die Anlagen mussten entsprechend umgestellt werden.

Nun die gute Nachricht: Die letzten beiden Punkte sind einmalige Ausgaben. Also sollte die Marge in Zukunft entsprechend ansteigen.

Kurz noch einige Worte zu den Cannabis-Fabriken.

Aurora Cannabis Produktion

Künftig bringt Aurora Sky stolze 100.000 Kilogramm Cannabis im Jahr. Da erscheinen die anderen Produktionen absolut lächerlich. Aurora Mountain kommt gerade einmal auf 4.8000 Kilogramm. In den nächsten Jahren sollen Aurora Sun und Aurora Nordic 2 an den Start gehen. Sie würden die Cannabis-Produktion mehr als verdoppeln.

Das Problem mit dem Hype

Klingt ja alles wunderbar bisher. Allerdings gibt es ein kleines Problem: nämlich den Aktienkurs.

Die Aurora Cannabis Aktie schwankt auf und ab.

Aurora Cannabis Aktienkurs

In den letzten zwei Jahren waren es über 600 Prozent. Ich erwarte da keine Besserung. Eine winzige News kann die Aktie explodieren oder abstürzen lassen. Daher ist das Unternehmen nichts für schwache Nerven. Aurora ist eine sehr spekulative Aktie, die du entsprechend niedrig im Depot gewichten solltest.

Apropos Depot: Zahlst du mehr als 5 Euro pro Trade, ist das zu viel.

Hier findest du meinen Depotfavoriten, klick rein:

Zurück zu Aurora: Der Cannabis Hype hat die Aktie explodieren lassen. Ja, der erwartete Umsatz ist gigantisch. Aber ist dieses Wachstum bereits jetzt im Aktienkurs enthalten? Die Aktie hat eine große Fangemeinde. Ich würde daher verstärkt auf die Börsenpsychologie schauen. Und das geht am besten mit der Charttechnik.

Generell bewegen sich die Aktie relativ ähnlich. Deshalb ziehe ich zur Trendbestimmung den Global Cannabis Stock Index heran.

Global Cannabis Stock Index

Dort sind die größten Player der Cannabis-Branche enthalten. Und hier sehen wir einen deutlichen Abwärtstrend. Ich würde erst dann einsteigen, wenn der Index die rote Trendlinie durchbricht. Es ist einfacher, in einen positiven Trend zu investieren.

Jeder hat einen Partner!

Außer Aurora. Cronos arbeitet mit dem Tabakkonzern Altria zusammen. Tilray hat eine Kooperation mit AB InBev geschlossen. Das ist immerhin der weltgrößte Bierkonzern der Welt. Aber Aurora Cannabis hat niemanden. Ich sehe das kritisch, da ein Partner die Umsätze ankurbeln kann. Außerdem sind neue Produkte wie Bier oder Zigaretten mit Cannabis möglich. Die Vermarktung ist durch das Netzwerk des Partnern deutlich einfacher.

Als zweiten Kritikpunkt sehe ich die Anzahl der Aktien. Aurora hat die Übernahmen durch neue Aktien finanziert.

Aurora Cannabis Anzahl Aktien

Für Anleger sind zusätzliche Aktien niemals gut. Das verwässert bloß den Kurs, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Laut dem Chief Financial Officer Glen Ibbott hat Aurora aber nun genug Geld. Eine Wandelanleihe hat stolze 345 Millionen USD eingebracht.

Fazit: Warten und kaufen

Du pflanzt einen Apfelbaum. Bis du die Früchte erntest, vergehen mehrere Jahre.

So würde ich das aktuelle Geschäftsprinzip von Aurora beschreiben. Es fanden teure Investments statt, die aber zukunftsweisend sind. Natürlich musste Aurora Cannabis hierfür einen Verlust machen. Das Geschäft läuft aber nach wie vor wunderbar. Die Umsätze sollen in den nächsten Jahren kräftig ansteigen. Aurora ist eben eine klassische Wachstumsaktie. Der Aktienkurs ist jedoch extrem spekulativ.

Daher würde ich auf Nummer sicher gehen und einen Aufwärtstrend abwarten. Der Kurs kann nämlich noch einige Zeit lang fallen. Ich warte die nächsten Wochen oder sogar Monate ab, bevor ich einsteige.

deine Aktientipps

Mich interessiert: 

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 Rechtlicher Hinweis: Natürlich stellt dieser Beitrag keine Anlageberatung dar. Jegliche Inhalte dienen nur der Information und können auch komplett falsch sein. Der Artikel ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der besprochenen Wertpapiere!