Mit Artikel 13 fette GEWINNE machen – Zeig’s Axel Voss!

Feb 20, 2019 | Höllenpresse, teuflische Börsengedanken | 0 Kommentare

Unglaublich.

Die CDU möchte Artikel 13 durchpeitschen. Trotz heftigen Protesten der Bot-Armee. Die EU-Urheberrechtsreform würde sich gravierend aufs Internet auswirken. Ich erkläre dir, wie du mit Artikel 13 echtes Geld verdienen kannst.

Spoiler: Am besten geht das mit Aktien von Unternehmen, die direkt von dieser Reform profitieren.

Schau dir diesen Beitrag als Video an:

Vielleicht verfolgt die CDU eine geheime Agenda?

Alex Voss möchte in echt die Jugend für Politik begeistern. Er greift YouTube an, um das politische Interesse zu wecken. Also alles nur unnötige Aufregung, weil Politiker wirklich einmal ans Volk denken?

Nein.

Wer das glaubt, glaubt wohl auch an den Osterhasen.

Axel Voss scheint nicht einmal die Auswirkungen seiner Reform zu kennen. Es ist schockierend, dass Axel Voss anscheinend noch nie von Memes gehört hat.

Herr Voss, falls Sie gerade hier lesen – was Sie wohl eher nicht tun – hier ist ein Meme:

Meme Voss Alex 

Memes können politische Parodien sein. Das wäre aber nicht mehr möglich. Solche Inhalte würden einfach gelöscht werden. Für mich ist Artikel 13 politisch gewollte Zensur.

Ich finde es schockierend, wie wenig die CDU/CSU ihre Wähler respektiert.

Sie werden als Google-Bots abgestempelt.

Roboter Armee

Sieht so moderne Politik aus? Ganz ehrlich, ich muss euch etwas beichten. Es fällt mir wirklich sehr schwer, mich so zu outen. Aber ich war noch nie wählen. Und das, obwohl ich Politik an der Uni Tübingen studiert habe. Aber diese Diskussionen bringen mich wirklich an die Wahlurne. Und ich weiß, welche Partei ich nicht wählen werde.

Eine gute Sache hat Artikel 13: Axel Voss hat das politische Interesse der jungen Wählerschaft definitiv geweckt.

Und wie mache ich Gewinne?

Ganz einfach:

1. Ich suche nach Unternehmen, die von Artikel 13 profitieren. Ich stelle dir hier zwei teuflisch gute Kandidaten vor.
2. Die Aktienkurse steigen, weil das Unternehmen aus der Reform gestärkt hervorgeht. Zusätzlich kann es Dividenden geben.
3. Ich verkaufe die Aktien, wenn es mir strategisch sinnvoll erscheint.

Allerdings gibt es auch Risiken. Nur wegen Artikel 13 würde ich jetzt keine Aktien kaufen. Das Unternehmen sollte auch so gut aufgestellt sein. Der Gesamtmarkt ist auch wichtig. Geht die Weltwirtschaft den Bach runter, zieht das praktisch jedes Unternehmen runter. Aber der allerallerwichtigste Punkt: Zum Glück kann die Reform noch gekippt werden. Dafür müssen wir aber alle zusammenarbeiten. Als ersten Schritt kannst du die Petition gegen Artikel 13 unterzeichnen.

Was steckt hinter Artikel 13?

Der Grundgedanke ist durchaus ritterlich. So allgemein möchte die Urheberrechtsreform die Kreativität von Künstlern fördern. Urheberrechtlich geschütztes Material soll schneller entfernt werden. Plattformen wie YouTube oder Facebook werden in die Schritten gewiesen.

Aber nur in der Theorie! Artikel 13 ist dafür zu 666 Prozent ungeeignet.

Warum?

Der Artikel besagt, dass künftig die Plattform sofort nach dem Upload für einen Urheberverstoß haften soll. Also muss das Portal das hochgeladene Material sofort prüfen. Und zwar jedes Bild und jedes Video. Technisch ist das nur durch einen Uploadfilter möglich.

Und genau das ist unsere erste Investmentchance.

1. Google (Alphabet)

Google Aktie

In den Medien wird ja fast nur über YouTube gesprochen. Tatsächlich dürfte YouTube der Filter eher wenig interessieren. Ganz im Gegenteil: Von Artikel 13 sind zahlreiche Webseiten mit Uploadfunktion betroffen. Der bekannte YouTube-Rechtsanwalt Solmecke betreibt zum Beispiel ein kleines Fotoportal.

Pro Monat verdient er um die 20 Euro. Also praktisch nichts. Aber dort tummeln sich viele begeisterte Fotofans und laden ihren Bilder hoch.

Kommt Artikel 13, müsste Solmecke einen Uploadfilter installieren. Es gibt aber keine günstige Software auf dem Markt. Youtube nutzt das Content-ID-System. Allein die Entwicklung hat Google 60 Millionen US-Dollar gekostet. Eine gigantische Summe! Ich glaube kaum, dass Solmecke 60 Millionen in einen Uploadfilter investiert. Er und viele andere Seitenbetreiber werden ihr Portal wohl schließen müssen.

Hier sehe ich eine Geschäftsidee.

Google könnte seinen Filter zum Verkauf anbieten. Eine spezielle Version für Seitenbetreiber. Die Lizenz würde natürlich entsprechend Geld kosten. Kleine Autoren, Künstler oder Filmemacher würden verschwinden, da sie sich solche Lizenzen nicht leisten können. Aber die Realität interessiert Axel Voss wohl nicht wirklich. Ich liebe YouTube und schaue mir auch kleine YouTuber an. Ich meine, jeder hat einmal klein angefangen. Sie würden nun verschwinden. Die Google Aktie könnte mir aber den Abschied versüßen. An der Börse heißt Google übrigens Alphabet.

2. Axel Springer

Die EU-Urheberrechtsreform ist eine Liebesgeschichte. Vor allem Artikel 11, der ebenso wie Artikel 13 kritisiert wird, steht dabei zur Diskussion. Axel Springer führt sich dabei wie ein Macho auf. Zu Springer gehören Zeitungen wie BILD oder Die Welt. Durch seine offensive Art kommt Axel bei seiner großen Liebe, der CDU/CSU, gut an.

Laut Julia Reda sollen deutsche Verlage europäische Abgeordnete unter Druck gesetzt haben.

Leistungsschutzrecht

Und die gute Frau ist immerhin Mitglied des Europäischen Parlaments.

Durch die Reform möchten sich die Verlage zusätzliche Lizenzgebühren von Google sichern. Denn bisher erhalten sie nichts. Es gibt aber noch ein verstecktes Argument. Artikel 13 würde die Konkurrenz verschwinden lassen. Größere Verlage könnten sich Uploadfilter leisten. Kleine Portale wären dann aber weg vom Fenster. Somit könnte Axel Springer den Medienmarkt leichter kontrollieren. Die Macht würde sich auf wenige Big Player der Branche verteilen.

Daher sehe ich Axel Springer als einen großen Profiteur von Artikel 13 an.

Kleine und mittlere Verlage oder Künstler haben nichts von diesem Gesetz. Ganz im Gegenteil, das neue EU-Urheberrecht könnte ihnen erheblich schaden. Besonders kleinere Angebote sind auf Google-Werbeeinnahmen angewiesen. Diese fallen aber durch die Reform weg.

Wie ich darauf komme?

In Spanien haben die Verlage versucht, von Google Geld zu verlangen. Daraufhin hat der Suchgigant spanische Verlage einfach von Google News ausgeschlossen. Das Gesetz ist mehr oder weniger ein verzweifelter Versuch, die Macht der großen Medienkonzerne auszubauen. Axel Springer hat auch so genug direkte Seitenaufrufe und ist nicht auf YouTube oder Google Besucher angewiesen.

Axel Springer Aktie 1

Generell ist die Aktie in letzter Zeit gefallen, was aber nicht weiter schlimm ist. Ganz normal bei der starken Steigung zuvor. Außerdem zeigt die Aktie ein wiederkehrendes Muster.

Axel Springer Aktie 2

Springer zahlt sogar eine attraktive Dividende von über 4 % und ist in der Medienwelt stark aufgestellt. Soviel zur Kurz-Unternehmensanalyse.

Und sonst?

Das war es auch schon. Sonst profitiert niemand von Artikel 13. Für mich ist es nur ein Hilfspaket für Verlage.

Am 23. März sind in ganz Europa Demonstrationen geplant. Im April findet dann die endgültige Abstimmung statt. Bis dahin würde ich abwarten und die Aktien nicht nur wegen Artikel 13 kaufen.

Ich hoffe darauf, dass die Demokratie siegen wird.

Über 4,7 Millionen Menschen haben die Petition gegen Artikel 13 unterzeichnet. Werden diese Personen weiterhin als Bots belächelt, ist das nicht nur eine Niederlage für YouTuber wie mich. Es ist eine Niederlage für unser demokratisches System. Es ist eine Niederlage für unsere Politiker, die keinen Respekt mehr für ihre Wählerschaft haben!

deine Aktientipps

Was hältst du eigentlich von Artikel 13?

Bist du dafür oder dagegen?