Aktien bewerten in 3 Minuten (für Anfänger)

Mai 9, 2019 | Höllenpresse, teuflische Börsengedanken | 0 Kommentare

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du eine Aktie in 3 Minuten analysierst.

Du lernst, wie du ein Unternehmen schnell und einfach beurteilen kannst. Das ist praktisch, wenn du z. Bsp. in einem Börsenforum mehrere spannende Aktien entdeckst. Aber du möchtest die Unternehmen nicht stundenlang analysieren. Mit meiner Strategie erkennst du schlechte Aktien in wenigen Sekunden. 

Schau dir diesen Beitrag als spannendes YouTube-Video an:

Damit du jeden Schritt wirklich verstehst, habe ich die Adidas Aktie ausgewählt. Du kannst die komplette Aktienbewertung kostenlos durchführen und brauchst keine Abos oder sowas. Und los geht’s mit der Analyse!

1. Google Bildersuche nutzen

Eine Börsenweisheit besagt:

»Investiere nur in ein Unternehmen, dessen Geschäftsprinzip du verstehst.«

Daher schauen wir uns zuerst an, was Adidas überhaupt macht. Ich nutze die Google Bildersuche für einen ersten Einblick. Tippe einfach den Namen des Unternehmens mit dem Keyword »Produkte« ein. Schon siehst du, was die Firma überhaupt herstellt.

Was passiert, wenn das Unternehmen eine Dienstleistung anbietet? Kein Problem, hier siehst du das Beispiel »Wirecard Produkte«. Schau dir die Schlagworte und die Bilder an.

Du siehst, dass der Begriff Payment häufig vorkommt. Außerdem ist rechts unten eine hübsche Grafik. So erhältst du einen ersten Einblick.

2. Firmenportrait lesen

Nun musst du diesen Einblick vertiefen. Dafür liest du dir das Firmenportrait auf comdirect durch.

Das ist übrigens die Webseite meines Top-Brokers. Suchst du ein preisgünstiges und professionelles Aktiendepot, ist das meine Empfehlung für dich.

Wünscht du dir mehr Informationen, ist das kein Problem. Dann suche in Google nach dem Wikipedia-Eintrag zur Aktie. Du siehst, hier gibt es viele weitere Informationen.

3. Geschäftsbereiche ansehen

Du weißt jetzt, was das Unternehmen grob macht. Vielleicht hast du die Aktie bereits aussortiert, weil du mit der Branche nicht klar kommst. Manche Anleger verzichten z. Bsp. bewusst auf Investments in Waffen oder Glücksspiel.

Gehen wir nun einen Schritt weiter. Sehen wir uns die Geschäftsbereiche im Detail an. Hierfür nutze ich die Webseite marketscreener. 

58,6 % der Umsätze werden mit Schuhen erzielt, 36,5 % entfallen auf Kleidung. Zusätzlich ist die geografische Verteilung der Umsätze aufgelistet. Das ist sehr wichtig, um zu sehen, ob das Unternehmen von einem Land abhängig ist. Bei Adidas sind die Umsätze relativ international verteilt. Als Anleger kannst du dir nun überlegen, ob du das Kerngeschäft für zukunftsfähig hältst. Bei adidas sind das eindeutig Schuhe und Sportklamotten in Europa, Nordamerika und China.

4. Umsatz- und Gewinnentwicklung analysieren

Du bist vom Geschäftskonzept überzeugt? Wunderbar, dann schau dir jetzt die Umsätze und Gewinne an. Dafür bleibst du auf marketscreener und klickst auf Fundamentaldaten. Es erscheint ein Chart, wo du Umsatz und Betriebsergebnis auswählst.

Wie du siehst, steht hinter einigen Jahreszahlen ein kleines (e). Das (e) steht für erwartet, also für eine Prognose. Es geht nicht darum, jeden einzelnen Balken zu analysieren. Du musst die Tendenz betrachten. Und die Umsätze steigen tendenziell an. Im Vergleich dazu erhöht sich das Betriebsergebnis ebenso. Das passt. Negativ ist, wenn die Umsätze eher fallen.

5. Dividende prüfen

Viele Unternehmen zahlen eine Dividende. Du kannst dir mit den Ausschüttungen ein passives Einkommen aufbauen. Deshalb ist die Dividende für Anleger sehr interessant. Prüfen wir die Höhe der Zahlungen, auch auf marketscreener.

Bei dieser Grafik ist ganz wichtig, dass der Gewinn pro Aktie höher als die Dividende liegt. Ist die Dividende höher, muss das Unternehmen seine Reserven anzapfen, auch Eigenkapital genannt. Langfristig kann das nicht gutgehen, denn irgendwann ist das Geld aufgebraucht.

Daher ganz wichtig: Die Dividende muss unter dem Gewinn pro Aktie liegen.

Adidas schüttet nicht einmal die Hälfte seiner Gewinne aus. Also besteht sogar Luft für Dividendenerhöhungen.

6. Ins Musterdepot packen

Du weißt, was das Unternehmen macht. Außerdem kannst du grundlegend beurteilen, ob die Firma wächst oder stagniert. Natürlich hast du auch die Dividenden gecheckt. Jetzt musst du dich entscheiden, ob du das Unternehmen interessant findest und es später näher analysieren möchtest. Gefällt dir das Geschäftskonzept, solltest du dir die Aktie aufschreiben. Aber nicht auf einen Zettel, das ist viel zu unübersichtlich.

Ich nutze ein Musterdepot, um interessante Aktien zu bündeln. Dafür verwende ich wikifolio. Dort kannst du kostenlos ein Musterdepot erstellen.

Was ich an wikifolio genial finde: Das Musterdepot simuliert ein echtes Depot. Du hast also echtes Börsenfeeling, aber eben mit Spielgeld. Alle Aktien werden live simuliert. Also siehst du immer den realen Aktienkurs. Ich packe dort alle Unternehmen rein, die meine Schnellanalyse bestanden haben. Das würde ich auch dir empfehlen, um einen guten Überblick zu bewahren.

Fertig ist die Schnellanalyse.

Sagen wir, du hättest am Anfang so 30 Unternehmen zur Auswahl gehabt. Das Feld sollte sich deutlich gelichtet haben. In deinem wikifolio liegen nun um die 5 bis 10 Aktien. Ich finde wikifolio genial, weil da die Kursentwicklung live angezeigt wird. Du kannst dir dort interessante Aktien kostenlos abspeichern und später genauer analysieren. Das Depot ist sehr realitätsnah. Bist du Anfänger, kann ich es dir zum Einstieg empfehlen, um die Grundlagen zu lernen.

Die vorgestellte Methode ist ein Aktien-Schnell-Check. Ich informiere mich täglich in Finanzforen und stoße da auf viele Aktien. Mit meinem Schnell-Check filtere ich die besten Kandidaten heraus.

Tipp: Bevor ich in das Unternehmen investiere, schaue ich mir an, ob es einen attraktiven Mitbewerber gibt. Bei einem Autokonzern wie Daimler würde ich mir auch BMW, Volkswagen oder Tesla ansehen.